Wer sind wir?

Die Netzwerkpädagogen e.G. ist eine eingetragene Genossenschaft als Zusammenschluss aus vielen freiberuflichen Pädagogen und kleinen, inhabergeführten freien Trägern der Jugendhilfe in Deutschland.

Unser Ziel ist es, möglichst viele unterschiedliche und individuelle Projekte der Kinder- und Jugendhilfe zu bündeln und Ihnen, in Ihrem Jugendamt zur Verfügung zu stellen.

Egal, ob Sie eine Auszeit- oder Clearingmaßnahme für kurze Dauer oder ein langfristiges Projekt suchen, aus unserem Pool von Pädagogen und deren Angeboten in der Reise- und Individualpädagogik im In- und Ausland suchen wir die passende Lösung für Ihre Anfragen.

Sofern Sie eine akute Anfrage haben, zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Anderenfalls speichern Sie sich unsere Webseite auf Ihrer Favoritenliste.

Das Konzept der Netzwerkpädagogen

1. Die Zielgruppe und Ausschlusskriterien

Junge Menschen beiderlei Geschlechts im Alter von 14-17 Jahren, die aufgrund ihrer Entwicklungsproblematik in herkömmlichen Betreuungssettings nicht adäquat erreicht und gefördert werden können. Ebenfalls können Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Auszeit-, Übergangs- oder Clearingmaßnahme betreut werden. Die Aufnahme jüngerer Personen kann in Ausnahmefällen erfolgen, wenn die Betroffenen eigene Fähigkeiten zur Selbstreflektion besitzen.
In unseren ISE-Maßnahmen erhalten (fast) alle jungen Menschen eine Chance.
Mangelnde Beschulbarkeit und Ausbildungsreife, gescheiterte Jugendhilfelaufbahn, Abgängigkeit, drohende oder bereits diagnostizierte seelische Behinderung, Delinquenz, schwere Verhaltensstörungen und ungünstige Persönlichkeitsentwicklungen sind häufige Aufnahmegründe.
Für unsere Arbeit sind die eigene Bereitschaft und der Besitz eigener Fähigkeiten zur Selbstreflektion essenziell.
Akute Psychosen, andauernde und stetige Suizidalität oder eine chronische Suchtproblematik sind kein Fall für Pädagogen. Diese jungen Menschen sollten ausschließlich von psychiatrischen Facheinrichtungen bzw. Medizinern betreut werden und können aktuell nicht aufgenommen werden. Zwingende Voraussetzung für die jungen Menschen ist, dass die kognitiven Fähigkeiten für eine uneingeschränkte Teilnahme am Tagesablauf vorhanden sind.
Wiederholte vorsätzliche, bzw. andauernde Delinquenz oder stetiges aggressives Verhalten in extremer Form von Eigen- oder Fremdgefährdung kann zum Abbruch eines Projektes führen.

2. Die pädagogischen Ziele und Inhalte

§1 SGB VIII: „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklungund auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“.
Am Ende jedes ISE-Projektes steht als vorrangiges Ziel eine Rückführung in die Herkunftsfamilie. Ist eine Rückführung aus verschiedenen Gründen nicht möglich, soll eine individuelle, an den persönlichen Interessen und Ressourcen des jungen Menschen ausgerichtete Unterbringung in eine Verselbständigungsphase mit möglichem Schulabschluss bzw. einer Berufsorientierung gefunden werden.
Wir lehnen jede Form von Gewalt und Bevormundung ab. Die uns anvertrauten jungen Menschen müssen die Chance erhalten aus eigenen Fehlern zu lernen.

Die von uns Netzwerkpädagogen angebotenen ISE-Projekte richten sich an den Möglichkeiten, Stärken und Interessen eines jeden einzelnen Netzwerkpartners. Die ISE-Projekte können somit als work & travel Reisen,
Fahrrad-, Boots-, oder Wandertouren entlang von Küsten oder Flüssen
Touren durch Wälder, Gebirge oder auch Heidelandschaften stattfinden.  Hofleben bei Bauern, Fischern, etc. oder anderen Familienkonstellationen
Städte- oder Kulturreise oder einfach „nur weg und danach schauen wie es weiter geht“, können realisiert werden.

3. Die pädagogische Arbeit

Um unsere Ziele zu erreichen, arbeiten wir in drei Phasen.

Phase 1: Beziehungsaufbau zwischen dem jungen Menschen und dem Projektpädagogen
Phase 2: konkrete Ziele gestalten. In den angewandten Methoden sind wir vom systemischen Ansatz „Was möchtest Du?  Weshalb möchtest Du das? Was bist Du bereit dafür zu machen?“
Phase 3: Der junge Mensch soll lernen eigene Entscheidungen zu treffen und diese zu begründen, erklären und zum gegebenen Zeitpunkt entsprechend handeln. Der junge Mensch lernt seine Entscheidungen aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten, auf Veränderungen der Situation zu reagieren und seine Handlungen zielrelevant auszurichten.

4. Das Aufnahmeverfahren

Die Aufnahme erfolgt unter Beachtung des §5 SGB VIII auf freiwilliger Basis aller Beteiligten, welche im Hilfeplan nach §§ 27 und 36 festgehalten wird.

Die Aufnahme gliedert sich in vier Phasen

Phase 1: Anfragen durch ein Jugendamt (JA)
Phase 2: Informationsaustausch zwischen angefragten Netzwerkpädagogen und JA
Phase 3: Aufnahmegespräch(e) mit allen Beteiligten
Phase 4: Aufnahme vom betreuenden Pädagogen(team)

5. Die Kooperationen

Kooperation Jugendamt
Kooperation Eltern/Personensorgeberechtigte
Kooperation Schule
Kooperation im ISE-Projekt mit Unterstützern
Kooperation mit anderen Träger
Kooperation mit Dokumentationspartner
Kooperation mit externen Partnern

6. Der Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII

Bestimmungen des § 8a finden entsprechend Anwendung: absolute Freiwilligkeit der jungen Menschen am ISE-Projekt, sowie maximale Beteiligung und Mitspracherecht der jungen Menschen von Beginn an.
Als begleitende Netzwerkpädagogen sind wir dadurch verpflichtet eine Situation auch mal „auszusitzen“.
In den ISE-Projekten haben grundsätzlich die jungen Menschen zu entscheiden, wie „Ihr“ Projekt verläuft.
Auf Grundlage der Freiwilligkeit sind sie selbst somit vollumfänglich für Ihre Entscheidungen verantwortlich.
Die Netzwerkpädagogen sind Teampartner und Coach, um vor möglichen Fehlern und Gefahren zu bewahren.

trägerinterne Organisationsstruktur:

Projektteam, Pädagogen + junger Mensch (1:1, alternativ 2:1),
Koordinationsteam, pädagogischer Fachkraft + Psychologe

Eine kurzfristige Betreuung und Versorgung des jungen Menschen ist grundsätzlich durch die pädagogische Fachkraft des Koordinationsteams gewährleistet. Weitere notwendige Schritte werden gemeinsam mit den Personensorgeberechtigten und dem zuständigen Jugendamt abgestimmt. Dieser Prozess wird ebenfalls durch den Psychologen des Koordinationsteams begleitet.

Anfrageformular
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Das Konzept der Netzwerkpädagogen

Unsere Präambel – werde Netzwerkpädagoge!

Unsere Arbeit verstehen wir, geleitet von moralischer und ethischer Verpflichtung der Pädagogen als Berufung zum Beruf eines Pädagogen.

In Anerkennung der UN-Kinderechtskonvention bedeutet das für uns:

Alles zum Schutz und zum Wohle des Kindes.

Aus diesem Grund steht bei uns der junge Mensch als Individuum im Vordergrund. Hierbei steht ein Zitat von Maria Montessori als Leitspruch:

Erziehung ist Vorbild sein, sonst nichts als Liebe.

Die Wertschätzung des jungen Menschen erfolgt über die Grundhaltung:

Du bist etwas! Du kannst etwas! Du schaffst etwas!

Die Motivation zum selbständigen Denken und Handeln bis hin zur Verselbständigung als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft geht über die Entscheidungsfragen:

Was möchtest du?
Weshalb möchtest du das?
Was bist du bereit dafür zu machen?

Somit ergeben sich in unserem pädagogischen Selbstverständnis der Projektarbeit, für die uns anvertrauten jungen Menschen kein Muss und keine Verbote, wenn folgende „Erlaubnisse“ eingehalten werden:

1. Es ist alles erlaubt, was Spaß macht.
2. Es ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist.
3. Es ist alles erlaubt, was Andere nicht verletzt, beleidigt, erniedrigt oder in ihrem Eigentum oder der Gesundheit einschränkt oder beschädigt.

Somit stehen Mitmenschlichkeit, Toleranz, das Bemühen um Chancengleichheit und unser Streben den jungen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen im absoluten Fokus unserer Arbeit. Der Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe geht von den Eltern, bzw.
Personensorgeberechtigten aus und funktioniert nur zusammen mit ihnen. Hiervon leitet sich für unsere Arbeit die Notwendigkeit zum Kontakt und der konstruktiven Zusammenarbeit mit den Eltern, bzw. Personensorgeberechtigten ab.

Wir verstehen unsere Arbeit als einen Dialog aller am Hilfeprozess beteiligter Personen und Institutionen. Durch absolute Klarheit und Transparenz in unserer Arbeit, authentisches und ehrliches Vorleben unserer selbst, dass auch mit allen Stärken und Schwächen die uns als Mensch und Individuum kennzeichnen, erreichen wir in jedem Betreuungssetting ein Höchstmaß an Vertrauen und Offenheit. Die Individualität und Originalität jedes Einzelnen kann nur auf dieser Basis gefördert werden.

Wir sehen uns als ein Zusammenschluss von Pädagogen und Fachkräften, die flexibel auf individuelle Bedarfslagen eingehen und diese in adäquaten Strukturen umsetzen.

Da jedes ISE-Projekt individuell gestartet wird, ist für uns ein individuelles Ende eines jeden Projektes und somit ein begleiteter Übergang unabdingbar.

Das heißt für uns: Wir reichen uns anvertraute Kinder und Jugendliche nicht, einfach weiter um somit neue Bindungsabbrüche zu provozieren! Wir werden den nächsten Schritt im Leben der jungen Menschen begleiten und unterstützen. Hierzu ist ein Zeitraum von 2 – 3 Wochen angedacht, der von vornherein einzuplanen ist. Eine Verlängerung wird nach den individuellen Bedürfnissen des jungen Menschen ausgerichtet. Somit ist ein sanfter Übergang in die nächste Lebensphase des jungen Menschen und damit verbunden eine strukturierte Ablösung zwischen dem jungen Menschen und seinem Projektpädagogen möglich.

Mitgliedsantrag

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