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Das Konzept der Netzwerkpädagogen

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1. Die Zielgruppe und Ausschlusskriterien

  • Junge Menschen beiderlei Geschlechts im Alter von 14-17 Jahren, die aufgrund ihrer Entwicklungsproblematik in herkömmlichen Betreuungssettings nicht adäquat erreicht und gefördert werden können.
  • ebenfalls können Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Auszeit-, Übergangs- oder Clearingmaßnahme betreut werden. Die Aufnahme jüngerer Personen kann in Ausnahmefällen erfolgen, wenn die Betroffenen eigene Fähigkeiten zur Selbstreflektion besitzen.
  • In unseren ISE-Maßnahmen erhalten (fast) alle jungen Menschen eine Chance.
  • Mangelnde Beschulbarkeit und Ausbildungsreife, gescheiterte Jugendhilfelaufbahn, Abgängigkeit, drohende oder bereits diagnostizierte seelische Behinderung, Delinquenz, schwere Verhaltensstörungen und ungünstige Persönlichkeitsentwicklungen sind häufige Aufnahmegründe.
  • Für unsere Arbeit sind die eigene Bereitschaft und der Besitz eigener Fähigkeiten zur Selbstreflektion essenziell.
  • Akute Psychosen, andauernde und stetige Suizidalität oder eine chronische Suchtproblematik sind kein Fall für Pädagogen. Diese jungen Menschen sollten ausschließlich von psychiatrischen Facheinrichtungen bzw. Medizinern betreut werden und können aktuell nicht aufgenommen werden. Zwingende Voraussetzung für die jungen Menschen ist, dass die kognitiven Fähigkeiten für eine uneingeschränkte Teilnahme am Tagesablauf vorhanden sind. 
  • Wiederholte vorsätzliche, bzw. andauernde Delinquenz oder stetiges aggressives Verhalten in extremer Form von Eigen- oder Fremdgefährdung kann zum Abbruch eines Projektes führen.

2. Die pädagogischen Ziele und Inhalte

  • §1 SGB VIII: „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklungund auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“.
  • Am Ende jedes ISE-Projektes steht als vorrangiges Ziel eine Rückführung in die Herkunftsfamilie. Ist eine Rückführung aus verschiedenen Gründen nicht möglich, soll eine individuelle, an den persönlichen Interessen und Ressourcen des jungen Menschen ausgerichtete Unterbringung in eine Verselbständigungsphase mit möglichem Schulabschluss bzw. einer Berufsorientierung gefunden werden.
  • Wir lehnen jede Form von Gewalt und Bevormundung ab. Die uns anvertrauten jungen Menschen müssen die Chance erhalten aus eigenen Fehlern zu lernen.

Die von uns Netzwerkpädagogen angebotenen ISE-Projekte richten sich an den Möglichkeiten, Stärken und Interessen eines jeden einzelnen Netzwerkpartners. Die ISE-Projekte können somit als

  • work & travel Reisen
  • Fahrrad-, Boots-, oder Wandertouren entlang von Küsten oder Flüssen
  • Touren durch Wälder, Gebirge oder auch Heidelandschaften
  • Hofleben bei Bauern, Fischern, etc. oder anderen Familienkonstellationen
  • Städte- oder Kulturreisen

oder einfach „nur weg und danach schauen wie es weiter geht“, realisiert werden.

3. Die pädagogische Arbeit

Um unsere Ziele zu erreichen, arbeiten wir in drei Phasen.

  • Phase 1: Beziehungsaufbau zwischen dem jungen Menschen und dem Projektpädagogen
  • Phase 2: konkrete Ziele gestalten. In den angewandten Methoden sind wir vom systemischen Ansatz                                                        „Was möchtest Du ?  Weshalb möchtest du das ?   Was bist du bereit dafür zu machen ?“
  • Phase 3: Der junge Mensch soll lernen eigene Entscheidungen zu treffen und diese zu begründen, erklären und zum gegebenen Zeitpunkt entsprechend handeln. Der junge Mensch lernt seine Entscheidungen aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten, auf Veränderungen der Situation zu reagieren und seine Handlungen zielrelevant auszurichten.

4. Das Aufnahmeverfahren

Die Aufnahme erfolgt unter Beachtung des §5 SGB VIII auf freiwilliger Basis aller Beteiligten, welche im Hilfeplan nach §§ 27 und 36 festgehalten wird.

Die Aufnahme gliedert sich in vier Phasen

  • Phase 1: Anfragen durch ein Jugendamt (JA)
  • Phase 2: Informationsaustausch zwischen angefragten Netzwerkpädagogen und JA
  • Phase 3: Aufnahmegespräch(e) mit allen Beteiligten
  • Phase 4: Aufnahme vom betreuenden Pädagogen(team)

5. Die Kooperationen

  • Kooperation Jugendamt
  • Kooperation Eltern/Personensorgeberechtigte
  • Kooperation Schule
  • Kooperation im ISE-Projekt mit Unterstützern
  • Kooperation mit anderen Träger
  • Kooperation mit Dokumentationspartner
  • Kooperation mit externen Partnern

6. Der Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII

  • Bestimmungen des § 8a finden entsprechend Anwendung
  • absolute Freiwilligkeit der jungen Menschen am ISE-Projekten
  • maximale an Beteiligung und Mitspracherecht der jungen Menschen von Beginn an
  • begleitende Netzwerkpädagogen sind wir dadurch verpflichtet eine Situation auch mal „auszusitzen“.
  • In den ISE-Projekten haben grundsätzlich die jungen Menschen zu entscheiden, wie „Ihr“ Projekt verläuft.
  • Auf Grundlage der Freiwilligkeit sind sie selbst somit vollumfänglich für Ihre Entscheidungen verantwortlich.
  • Die Netzwerkpädagogen sind Teampartner und Coach, um vor möglichen Fehlern und Gefahren zu bewahren.

 

trägerinterne Organisationsstruktur:

Projektteam, Pädagogen + junger Mensch (1:1, alternativ 2:1),
Koordinationsteam, pädagogischer Fachkraft + Psychologe

Eine kurzfristige Betreuung und Versorgung des jungen Menschen ist grundsätzlich durch die pädagogische Fachkraft des Koordinationsteams gewährleistet. Weitere notwendige Schritte werden gemeinsam mit den Personensorgeberechtigten und dem zuständigen Jugendamt abgestimmt. Dieser Prozess wird ebenfalls durch den Psychologen des Koordinationsteams begleitet.

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